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Essen, was man retten will

11. Juli 2021

Gastbeitrag von Simone Hübener,
Dozentin an der vhs stuttgart

Unter diesem Motto setzt sich die Organisation Slow Food dafür ein, dass alte Obst- und Gemüsesorte, verschiedene Tierrassen und traditionelle Zubereitungsarten vor dem Aussterben bewahrt bleiben. Denn die konventionelle Landwirtschaft bringt es häufig mit sich, dass traditionelle Sorten durch Hochleistungszüchtungen verdrängt werden. Dies wirkt sich nicht nur negativ auf die Artenvielfalt unseres Planeten aus, sondern bringt auch für viele Allergiker Nachteile mit sich. Alte Apfelsorten beispielsweise werden von vielen Allergiegeplagten besser vertragen als ihre neuen Hochglanz-Brüder. Dinkel, Emmer und Kamut, den es übrigens ausschließlich in Bio-Qualität gibt, sind zwar alles Weizenarten, aber sie sind zum einen reicher an Nährstoffen und zum anderen wohlschmeckende Alternativen für alle Menschen mit einer Weizenunverträglichkeit.

Um diese traditionellen Lebensmittel und Zubereitungsarten zu retten, rief die Internationale Slow-Food-Stiftung für Biodiversität ein eigenes Projekt ins Leben. Es trägt den wunderschönen Titel „Arche des Geschmacks“. Auf ihr residieren inzwischen weltweit über 5.200 „Passagiere“, die vom Aussterben bedroht sind oder waren, 76 davon aus Deutschland. Ein Passagier, mit dem sich die schwäbische Winterspezialität „Kraut und Schupfnudeln“ bestens zubereiten lässt, ist das Filder-Spitzkraut. 

Slow Food / Stefan Abtmeyer

Gezüchtet haben es, so die Überlieferungen, Mönche im Kloster Denkendorf. Geschätzt wird diese Sorte aufgrund ihres zarteren und milderen Geschmacks und der feineren Blattrippen im Vergleich zum Rundkohl. Bis heute ist das Spitzkraut eine lokale Spezialität geblieben, die ausschließlich regional angebaut wird und deren Samen und Setzlinge ebenso nur in der Region erhältlich sind. Fast den Garaus gemacht hätte dieser Kohlsorte die industrielle Herstellung von Sauerkraut, die – wie so oft – auf Effizienz und eine möglichst hohe Ausbeute getrimmt ist. Ein spitzer Kohlkopf lässt sich einfach deutlich schwerer mit Maschinen verarbeiten als ein runder. Wie gut, dass diese schwäbische Kohlsorte in die Arche aufgenommen wurde und dadurch auch weiterhin unseren Gaumen erfreuen kann.

Eine Übersicht mit allen deutschen Arche-Passagieren finden Sie hier

Und hier eine kleine Auswahl unserer Kurse:

211-38340 Gesunde und schnelle Küche für jeden Tag So, 11.07.2021
211-38870 Bio-vegane Backträume So, 18.07.2021
211-39828 Bierbrauen selbstgemacht Sa, 18.09.2021
212-38310 Aktionswoche „Deutschland rettet Lebensmittel“ Kreative Resteküche Mi, 29.09.2021
212-38810 Vegetarisch Kochen – bunt ist gesund! Di, 19.10.2021
212-38310 Online-Kochwerkstatt: Kochen wie Jamie So, 24.10.2021
212-38700 Slow Food Kochklub: Herbst So, 24.10.2021
212-39240 Orientalische Linsengerichte Mi, 27.10.2021
212-38820 Green Cooking – vegane Gemüseküche Fr, 29.10.2021
212-38880 Hülsenfrüchte, gesund und bunt So, 07.11.2021

Weitere Kochkurse ab Oktober 2021 finden Sie auf unserer homepage

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