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Regionale Superhelden

14. April 2021

Gastbeitrag von Simone Hübener

Bei Rezepten mit Chiasamen, Gojibeeren und Avocados hätte sich meine Großmutter verwundert die Augen gerieben. Denn was für viele von uns heute selbstverständlich in den Speiseplan integriert wird, war bis vor wenigen Jahren den meisten hierzulande unbekannt. Dass uns die exotischen Superfoods einen Impuls gegeben haben, unseren Speisen mit nahrhaften Zutaten ein gesundheitliches Extra zu verpassen, ist durchaus positiv. Doch die langen Transportwege, die diese Zutaten hinter sich haben, ehe sie auf unserem Teller landen, bilden die andere Seite der Medaille. Hinzu kommen die oftmals schlechten Arbeitsbedingungen der Bäuerinnen und Bauern vor Ort. Da drängt sich die Frage auf, ob sich die von weit her geholten Superfoods nicht vielleicht einfach durch regionale Zutaten ersetzen ließen? Aber klar! – lautet die eindeutige Antwort

Toller Inhalt zum Superpreis

Beispiel 1 – Chiasamen: In Wasser eingelegt sehen die stecknadelkopfgroßen, schwarzen Samen ein bisschen aus wie Froschlaich. Sie quellen auf das bis zu Zehnfache ihres ursprünglichen Volumens auf und kommen ziemlich glibberig daher. Geschätzt werden sie vor allem wegen ihres hohen Eiweißgehalts, der hochwertigen Fette und jeder Menge Ballaststoffe. Ein mindestens gleichwertiges regionales Pendant sind die guten alten Leinsamen, die es entweder in dunkelbraun oder als Goldleinsamen in glänzendem Hellgelb zu kaufen gibt.

alexdant / pixabay

Auch sie sollten entweder eingeweicht oder noch besser frisch vor dem Verzehr geschrotet werden. Denn nur so bleiben alle wichtigen Nährstoffe erhalten und unser Körper kann sie überhaupt aufnehmen.

Ökobilanz der Superlative

Beispiel 2 – Avocado: Wussten Sie, dass für den Anbau von einem Kilogramm Avocados zwischen 1.000 und 1.500 Litern Wasser benötigt werden und man damit 7 bis 10 Badewannen füllen könnte? Hinzu kommen die sehr langen Transportwege sowie in vielen Anbauregionen gerodete Wälder, um die weltweite Nachfrage decken zu können. Gefragt sind Avocados wegen ihres hohen Anteils an einfach ungesättigten Fettsäuren. Dabei gibt es eine kleine, runde, dunkelbraune Frucht, die durchaus mit der Avocado mithalten kann und bestens mit heimischen Äpfeln harmoniert: die Haselnuss.

9883074 / pixabay

Wie wäre es mit gerösteten Haselnussblättchen über dem Salat, Nussmus aufs Brot oder einem wärmenden Bratapfel mit Nussfüllung?

Super Neuigkeiten von heimischen Feldern

Beispiel 3 – Gojibeeren: Die kleinen roten Beeren werden meist aus China importiert und sollen wahre Wunder bewirken. Wer sie regelmäßig verzehrt, dem sei anscheinend Dank viel Vitamin C, Calcium, Eisen und vielem mehr ein langes Leben und Wohlbefinden sicher.
Die heimischen Johannisbeeren oder Sanddorn können es mit ihren Inhaltsstoffen allerdings locker mit der Gojibeere aufnehmen. Neben einer ebenbürtigen Nährstoffbilanz bieten beide Früchte die Vorteile, dass sie frisch angeboten werden und deutlich preiswerter sind.

Copyright by Arcalon / pixabay und Uschi_Du / pixabay

Diese drei Beispiele – und die Liste ließe sich noch lange fortführen – zeigen, dass wir in Deutschland über zahlreiche kulinarische Schätze verfügen, mit denen wir uns abwechslungsreich und gesund ernähren können! Superfood von weit her wird so überflüssig.

Lust auf mehr? Hier kommen die Links zu unseren Kochkursen:

211-38060      Webseminar: Regionale Superfoods   am Sa, 10.04.21
211-39754      Webseminar: Kulinarische Reise – verwegen vegan am Do, 15.04.21
211-38330      Schnelle Küche – leicht und gesund   am So, 18.04.21
211-38918      Natürlich und gesund genießen-Brot backen im Backhaus  am Fr, 23.04.21
211-38700      Slow Food Kochclub – Frühling  am So, 25.04.21
211-38890      Ayurvedisch Kochen für Anfänger/innen   am Mo, 03.05.21
211-39300      Indisch-vegetarischer Abend   am Mi, 05.05.21
211-38378      Bowls – Lecker, bunt und gesund   am Fr, 07.05.21
211-39758      Webseminar: Kulinarische Reise: Food for future   am Mi, 26.05.21
211-38008      Livestream: Antientzündliche Ernährung   am Do, 10.06.21

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