Blog post

Deutsches Wintergemüse: gesund, vielfältig, schmackhaft

18. Januar 2023

Mit saisonalen und regionalen Lebensmitteln zu kochen, ist eine tolle Möglichkeit, den ökologischen Fußabdruck seiner Ernährung deutlich zu verringern. Das gilt sowohl für die CO2-Emissionen als auch für den Wasserverbrauch. Erdbeeren beispielsweise, die in der Region im Freien gewachsen sind, bringen pro Kilogramm lediglich 300 g CO2-Äquivalent auf die Waage. Wachsen sie dagegen im Winter im Gewächshaus steigt der CO2-Äquivalent auf mehr als das Zehnfache: stolze 3.400 g pro Kilogramm. Bei Tomaten, die im Winter ohnehin nach nichts schmecken, sieht es ganz ähnlich aus: 300 g vs. 2.900 g pro Kilogramm Rohware. Zusätzlich zum Klima fördern wir mit dem Einkauf dieser Produkte die heimische Landwirtschaft. Wer dafür einen Wochenmarkt oder einen Hofladen auswählt, unterstützt damit überdies die in Deutschland derzeit noch weit verbreiteten und wichtigen kleinbäuerlichen Strukturen.

Bildunterschrift: Schnell zubereitet, variantenreich und gut auf Vorrat zu kochen: Buntes Ofengemüse wärmt im Winter von innen heraus und hat für unsere Geschmacksknospen einiges zu bieten.
Quelle: JeniFoto / Shutterstock.com

Die deutschen Wintergemüse – dazu gehören Kohl, Lauch, Feldsalat und Blattgemüse wie Chicorée und Radicchio – punkten außerdem mit allerlei wichtigen Nährstoffen. So ist Feldsalat reich an Provitamin A, Vitamin C, Magnesium und vielem mehr, weshalb er als der gesündeste Salat überhaupt gilt. Grünkohl, der übrigens auch roh gegessen werden kann, überzeugt unter anderem mit den Vitaminen C, E und K sowie Kalzium und Eisen. Die Bitterstoffe, die in alten (!) Chicorée- und Radicchiosorten noch reichlich enthalten sind, regen die Verdauung, die Bauchspeicheldrüse und die Gallenblase an. Bei einem abwechslungsreichen Speiseplan sind wir also auch im Winter mit heimischem Gemüse bestens versorgt.

Bei dieser Auswahl sind allerdings häufig Fragezeichen in den Gesichtern der Menschen zu sehen: Was soll ich denn daraus beim besten Willen Schmackhaftes zubereiten? Mein Tipp aus eigener Erfahrung: Lasst Euch auf ungewohnte Geschmackserlebnisse ein, probiert neue Zubereitungsarten aus und gewöhnt Euren Gaumen langsam an das, was er bisher vielleicht nicht kannte. Und schon bald werdet Ihr Zucchini, Tomaten und Broccoli im Winter nicht mehr vermissen. Ganz im Gegenteil: Sie werden in den Monaten, in denen sie Saison haben, zu einem Genuss, auf den man sich lange im Voraus freuen kann.

Ein schnelles und sehr leckeres Gericht ist beispielsweise Ofengemüse: Kartoffeln, Pastinaken, Möhre, rote Beete und was Bioladen, Wochenmarkt oder Hofladen sonst noch zu bieten haben, werden je nach Bedarf geschält, in größere Stücke geschnitten und in eine große Schüssel gegeben. Gewürzt wird je nach Geschmack mit Salz, Pfeffer, Rosmarin und vielleicht etwas Chilipulver und zum Schluss kommt noch die entsprechende Menge eines hochwertigen, kaltgepressten Öls wie Olive oder Raps hinzu. Gut durchmischen, auf ein Backblech geben und im nicht vorgeheizten Ofen bei 180 °C je nach Größe der Gemüsestücke 30 bis 40 Minuten backen. Dabei mindestens einmal wenden. Das Eiweiß zu dieser Mahlzeit liefert ein Tofufilet, ein gutes Stück Biofleisch oder ein Lachsfilet aus nachhaltiger Fischerei oder Aquakultur.

Bildunterschrift: Chicorée, der zwischen November und März Saison hat, lässt sich auf vielfältige Weise zubereiten.
Quelle: Cegli / Shutterstock.com

Zum Abschluss noch ein paar Tipps für alle, die bei den Gedanken an den eher bitteren Radicchio und Chicorée die Nase rümpfen. Denn das Wissen, dass eben diese Bitterstoffen für unseren Körper äußerst gesund sind, hilft in diesem Fall meist wenig. Um sich an den vielleicht noch fremden Geschmack zu gewöhnen, kann man die Bitterstoffe zu Beginn erst einmal etwas überdecken: So bekommt gebratener Radicchio, der mit Balsamico abgelöscht wird, eine leicht süßliche Note. Oder man kombiniert ihn mit Orangenscheiben und Thymian zu einer leckeren Pasta. Chicorée lässt sich hervorragend auf einem Bett aus passierten Tomaten, die man vielleicht im Sommer selbst eingekocht hat, mit Käse überbacken.

Noch mehr Infos zum Thema „Ökologische Fußabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland“ biete der gleichnamige Forschungsbericht von Guido Reinhardt, Sven Gärtner und Tobias Wagner vom Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg.

Lust auf mehr? Hier kommen die Links zu unseren Kursen:

231-38080: Webseminar „Das Immunsystem durch Ernährung stärken“ am 03.03.2023

231-17037: „Kochkiste und Pickeln: klimaschonend kochen“ am 18.03.2023

231-17009: Webseminar „Countdown: Können wir der Klimakrise noch etwas entgegensetzen?“ am
18.04.2023

231-38020: Webseminar „Gute Laune Essen – Wie Essen die Stimmung beeinflusst!“ am 19.04.2023

231-17040 „Wurzeln des Überlebens – Filmvorführung mit anschließender Diskussion“ am 20.04.2023

231-17484: „Mit Permakultur die Welt ein Stück besser machen“ am 15.06.2023

231-17493: „Mehr Bodenfruchtbarkeit im Garten mit Permakultur“ am 13.09.2023

Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Prev Post